Pflanzen
salzhaltiger Standorte (Halophyten)
Physiologie:
Salz ist Lebenselexier und
Gift zugleich. Einerseits benötigen die Pflanzen NaCl (Natriumchlorid = Kochsalz)
für ihren Wasserhaushalt und die damit zusammenhängenden Vorgänge. Die Na+-
und CI¯-Ionen begünstigen die Ausdehnung der Zelle und die Quellung
durch Wasseraufnahme, regulieren die Stomatabewegung und bestimmen den Turgordruck.
In manchen Pflanzen - vor allem bei Halophyten - kann Natrium fehlendes Kalium
ersetzen.
Die Salzböden sind durch erhöhte
Gehalte an NaCl, Na2CO3 und/oder Na2SO4
gekennzeichnet. Dies bewirkt neben einer enormen Unausgeglichenheit im standörtlichen
lonenangebot, auch eine erschwerte Wasserversorgung. Da eine Wasseraufnahme
mit einer hohen Salzaufnahme verbunden ist, müssen die Pflanzen mit einem
angespannten Wasserhaushalt zurechtkommen. Durch die Erhöhung der Salzkonzentration
in der Vakuole der Zellen entsteht ein Konzentrationsgefälle zwischen Vakuole
und Cytosol, so daß durch vermehrte Wasseraufnahme ein Konzentrationsausgleich
angestrebt wird. Die Aufnahme von höheren Salzkonzentrationen in die übrigen
Zellkompartimente wird auch in Halophyten vermieden, da der aktive Stoffwechsel
mit seinen Enzymen ebenso salzempfindlich ist wie bei allen übrigen Pflanzen.
Kategorien
Die verschiedenen Halophyten-Arten
reagieren sehr unterschiedlich gegenüber höheren Salzkonzentrationen in der
Bodenlösung. Unter ökologischen Gesichtspunkten kann zwischen 3 Halophytentypen
unterschieden werden:
Strategien
Die Halophyten haben verschiedene
Mechanismen entwickelt, um mit einer hohen Salzbelastung fertig zu werden,
die für die meisten anderen Pflanzen tödlich wäre. Die funktionelle Anpassung
der Halophyten an den standörtlichen Kochsalzüberschuß besteht darin, den
NaCl-Überschuß aktiv wieder auszuscheiden, nur dosiert aufzunehmen oder so
zu kompartimentieren, daß er nicht den Stoffwechsel schädigt.
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Literatur:
- A.
Amberger: Pflanzenernährung, 4. Auflage, UTB-Verlag, Stuttgart, 1996