Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen - WiVi-Klima



Das Projekt „Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen (WiVi-Klima)“ startete am 01.01.2026 und wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert.
WiVi-Klima greift auf die langjährige Expertise und Infrastruktur des vom Botanischen Garten der Universität Osnabrück initiierten Vorgängerprojekts „Wildpflanzenschutz Deutschland - WIPs De“ (2013-2025) zurück, das aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des BMUKN finanziert wurde.

Bild "Wildpflanzenschutz:WiVi_Klima_Team.jpg"Ziel ist es, den weiteren Verlust der heimischen Biodiversität zu verhindern und die natürlichen Pflanzengemeinschaften als Schlüssel für den natürlichen Klimaschutz zu stärken. Damit werden auch die Ziele der EU Wiederherstellungsverordnung (WV-O) unterstützt, insbesondere durch das Ergreifen von Maßnahmen zur Wiederherstellung funktionsfähiger Lebensräume. „Die Bewahrung der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten bildet dabei eine zentrale Grundlage für die Anpassungsfähigkeit und somit die Stabilität vernetzter Ökosysteme gegenüber den Folgen des Klimawandels“, so Prof. Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück.

In den kommenden drei Jahren soll gemeinsam mit den Projektpartnern aus den Botanischen Gärten Berlin, Mainz, Potsdam und Regensburg sowie in enger Abstimmung mit dem BfN, Fachbehörden der Länder und weiteren Akteuren des Naturschutzes ein bundesweites Konzept mit bedarfsorientierten Handlungsempfehlungen für den botanischen Artenschutz entwickelt werden.
Das neue Vorhaben verknüpft die bewährte Kombination von In-situ- und Ex-situ-Schutzmaßnahmen: Die Sammlung und dauerhafte Sicherung von Wildpflanzensaatgut unter Berücksichtigung seiner genetischen Vielfalt in Saatgutbanken, die Anzucht und Vermehrung gefährdeter Arten im Botanischen Garten, sowie deren gezielte Wiederansiedlung im Naturraum.
Das Kartierungsportal des Botanischen Gartens steht für die Forschung und für die Planung von zukünftigen Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung. Diese zentrale Dateninfrastruktur umfasst gesammelte Verbreitungsdaten von über 120 Arten und 6.281 Akzessionen (Stand 2025) von gefährdeten Farn- und Gefäßpflanzen sowie Informationen zu der jeweiligen Population, dem Gefährdungsgrad und den Standortbedingungen.

Bild "Wildpflanzenschutz:WiVi_Klima_Bild_Text.jpg"Das Ziel ist der Aufbau eines langfristigen bestehenden, bundesweiten Ex-situ und In-situ Kompetenznetzwerks für den botanischen Artenschutz, das ab 2029 gemeinsam von Bund und Ländern finanziell unterstützt werden soll. Dieses Netzwerk soll mit seiner Expertise im botanischen Artenschutz die Bundesländer dabei unterstützen, die im Rahmen der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur festgelegten nationalen Gesetzgebungen umzusetzen. Darüber hinaus soll es auch die Verpflichtungen weiterer internationaler Abkommen zur Erhaltung der Biodiversität (CBD, COP 15, GSPC, European Green Deal) zu erfüllen.